Der Fluch der Untätigkeit

Ich war immer schon ein Mensch, der nichts von leeren Worten hält. Ich würde sogar so weit gehen, das starke Wort „hassen“ zu gebrauchen: Ich hasse Untätigkeit. Und da kann ich viele Lieder von singen. Zum Beispiel gab es da die Redaktion des Studentischen Onlinemagazins an der Uni. Wo endlose Diskussionen zu endlosen Leitfäden führten, an die sich am Ende doch nie jemand erinnern konnte. Wo man hinter jedem einzelnen Artikel her mailen musste. Um keine Antwort auf seine Mail zu bekommen – und das in einem kommunikationswissenschaftlichen Studiengang.

Ihr merkt vielleicht schon: Hier schreibt eine Verfechterin des Anpackens. Das mag ein Ausdruck von Ungeduld sein, was vielleicht auch eine schlechte Eigenschaft ist. Doch wenn ich mir etwas vornehme, dann mache ich es. Ich weiß allerdings, dass nicht alle so sind. Klar. Deshalb verschenke ich auch keine Gutscheine mehr für irgendwelche Aktivitäten. Bis heute habe ich nicht den Trip nach Hamburg bekommen, der das Geschenk meiner zwei besten Freundinnen zu meinem 18. Geburtstag war. Wohl gemerkt, das war vor sechs Jahren.

In solchen Situationen mag Untätigkeit noch harmlos sein. Weniger lustig wird es, wenn es um wichtigere Dinge geht. Weiterlesen

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„Visionäre für Nigeria“ – Interview mit James Olusanmi

Nigeria, in Westafrika, ist ein Land erschüttert durch zahlreiche Konflike und soziale Probleme. Seit ungefähr fünf Jahren treibt die Terrororganisation Boko Haram im Norden des Landes ihr brutales Unwesen. Erst kürzlich hat Nigeria einen neuen Präsidenten gewählt, Muhammadu Buhari – einen Ex-Militärdiktator (1982 bis 1985), der die Wahl mit dem Versprechen gewann, die Terroristen auszulöschen. Es ist natürlich viel zu früh, um vorauszusagen, in welche Richtung er Nigeria führen wird. Fakt ist: Er wurde auf demokratische Weise gewählt und der Machtwechsel in der Regierung verlief friedlich. Dennoch bleibt die Situation denkbar schwierig. Nigeria leidet unter großer Armut, Arbeitslosigkeit und hoher Inflation – und das trotz der Tatsache, dass es ein ölreiches Land und die größte Volkswirtschaft südlich der Sahara ist.

Seit etwa einem Jahr bin ich Mitglied des Bremer Vereins „Human & Environment“, der eng mit einer Graswurzel-NGO in Nigeria zusammenarbeitet. Beide Organisationen wurden von dem Nigerianer James Olusanmi gegründet. Vor einigen Monaten war er zu Besuch in Bremen, und ich habe die Gelegenheit ergriffen für ein Interview über sein Heimatland.

James Olusanmi interview Nigeria Weiterlesen